Siemens und Alstom wollen gemeinsam europäischen Champion für Mobilitätslösungen schaffen

26.09.2017
  • Exklusive Absichtserklärung unterzeichnet: Zusammenlegung der Mobilitätsgeschäfte im Rahmen einer Fusion unter Gleichen
  • Börsennotierung in Frankreich und Konzernzentrale im Großraum Paris; Alstom-CEO neuer Vorstandschef; Siemens wird 50 Prozent der Aktien des neuen Unternehmens halten
  • Unternehmenszentrale für Mobilitätslösungen in Deutschland und für Schienenfahrzeuge in Frankreich
  • Umfassendes Angebot an Mobilitätslösungen und weltweite Präsenz bieten Kunden rund um den Globus maximalen Wert
  • Neu formiertes Unternehmen mit 15,3 Milliarden Euro Umsatz und 1,2 Milliarden Euro bereinigtem EBIT
  • Jährliche Synergien in Höhe von 470 Millionen Euro spätestens im vierten Jahr nach dem Closing erwartet

Siemens und Alstom haben heute eine Absichtserklärung über die Zusammenlegung des Mobilitätsgeschäfts von Siemens, einschließlich der Sparte Bahnantriebe, mit Alstom unterzeichnet. Die Transaktion vereint zwei innovative Unternehmen der Bahnindustrie mit einzigartigem Kundenmehrwert und operativem Potenzial. Beide Geschäfte ergänzen sich im Hinblick auf ihre Aktivitäten und geografischen Standorte weitgehend. Siemens wird neu ausgegebene Anteile am zusammengeschlossenen Unternehmen in Höhe von 50 Prozent des Grundkapitals von Alstom auf vollständig verwässerter Basis erhalten. 

"Dieser deutsch-französische Zusammenschluss unter Gleichen sendet in vielerlei Hinsicht ein starkes Signal. Wir setzen die europäische Idee in die Tat um und schaffen gemeinsam mit unseren Freunden bei Alstom auf lange Sicht einen neuen europäischen Champion der Eisenbahnindustrie. Unsere Kunden in aller Welt erhalten dadurch ein innovativeres und wettbewerbsstärkeres Angebot", sagte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. "Der Weltmarkt hat sich in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. Ein marktbeherrschender Akteur in Asien hat die globale Marktdynamik verändert. Gleichzeitig wird die Digitalisierung die Zukunft der Mobilität prägen. Gemeinsam können wir ein breiteres Angebotsspektrum anbieten und diese Transformation für unsere Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise vorantreiben", ergänzte Kaeser.  

"Heute ist ein Schlüsselmoment in der Geschichte von Alstom, der die Stellung des Unternehmens als Plattform für die Konsolidierung des Bahnsektors untermauert. Mobilität bildet den Kern der Herausforderungen in der Welt von heute. Fakt ist, die Verkehrsträger der Zukunft werden sauber und wettbewerbsfähig sein. Dank der globalen Reichweite des Zusammenschlusses von Alstom und Siemens Mobility über alle Kontinente hinweg, seines Umfangs, des technologischen Know-hows sowie der einzigartigen Positionierung im Bereich des digitalen Verkehrs werden den Kunden und letztlich allen Menschen intelligentere und effizientere Systeme bereitgestellt, um die Mobilitätsherausforderungen der Städte und Länder zu bewältigen. Durch die Zusammenführung der erfahrenen Teams, der sich ergänzenden geografischen Standorte und innovativen Kompetenzen von Siemens Mobility mit unseren wird das neue Unternehmen Wertschöpfung für Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre bieten", erklärte Henri Poupart-Lafarge, Vorstandsvorsitzender von Alstom SA. "Ich bin besonders stolz darauf, die Schaffung eines solchen Konzerns zu leiten, der zweifellos die Zukunft der Mobilität prägen wird."

Das neue Unternehmen hat einen Auftragsbestand von 61,2 Milliarden Euro, erwirtschaftet einen Umsatz von 15,3 Milliarden Euro, ein bereinigtes EBIT in Höhe von 1,2 Milliarden sowie eine bereinigte EBIT-Marge von 8,0 Prozent. Diese Angaben basieren auf Informationen aus den letzten Jahresabschlüssen von Alstom und Siemens. In dieser neuen Aufstellung rechnen Siemens und Alstom mit jährlichen Synergien von 470 Millionen Euro spätestens im vierten Jahr nach dem Closing und zielen auf einen Mittelzufluss bei Closing zwischen 0,5 Milliarden Euro und 1 Milliarde Euro ab. Der Hauptsitz sowie die Geschäftsführung der Sparte Schienenfahrzeuge werden im Großraum Paris angesiedelt sein. Das neu formierte Unternehmen wird weiterhin in Frankreich notiert sein. Berlin wird zentraler Firmensitz der Sparte Mobilitätslösungen. Insgesamt wird das neue Unternehmen 62.300 Beschäftigte in mehr als 60 Ländern zählen.

Im Rahmen des Zusammenschlusses erhalten Alstoms Bestandsaktionäre am Vorabend des Closing-Tages zwei Sonderdividenden: eine unmittelbar nach Closing gezahlte Kontrollprämie von 4,00 Euro pro Aktie (Gesamtsumme 0,9 Milliarden Euro) sowie eine außerordentliche Dividende von bis zu 4,00 Euro je Aktie (Gesamtsumme 0,9 Milliarden Euro), die Alstom aus dem Erlös der Ausübung seines Put-Optionsrechts für die Joint Ventures mit General Electric in Höhe von ca. 2,5 Milliarden Euro – vorbehaltlich seiner Liquiditätslage – zahlt. Siemens wird Bezugsrechte zur Akquisition von Alstom-Aktien in Höhe von zwei Prozentpunkten des Grundkapitals erhalten, die frühestens vier Jahre nach dem Closing ausgeübt werden können.

Die Geschäftsaktivitäten der beiden Unternehmen ergänzen sich weitgehend. Das zusammengeschlossene Unternehmen wird ein stark erweitertes und breit gefächertes Produkt- und Lösungsspektrum anbieten, das kostengünstige Plattformen für den Massenmarkt sowie Spitzentechnologien umfasst, um die vielfältigen kundenspezifischen Anforderungen zu erfüllen. Die globale Präsenz eröffnet dem neuen Unternehmen den Zugang zu Wachstumsmärkten im Nahen und Mittleren Osten sowie Afrika, Indien, Mittel- und Südamerika, wo Alstom vertreten ist, sowie in China, den USA und Russland, wo Siemens tätig ist. Die Kunden werden in hohem Maße von einer ausgewogenen größeren geografischen Präsenz, einem umfassenden Angebotsspektrum und umfangreichen Investitionen in digitale Dienstleistungen profitieren. Die Bündelung des Know-hows und der Innovationskraft beider Unternehmen wird entscheidende Innovationen, Kosteneffizienz und eine schnellere Reaktionsfähigkeit vorantreiben, die es dem neuen Unternehmen ermöglichen, besser auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen.

Der Verwaltungsrat des zusammengeschlossenen Unternehmens wird aus elf Mitgliedern bestehen. Sechs Mitglieder inklusive des Vorsitzenden werden von Siemens entsendet. Vier unabhängige Mitglieder und der CEO komplettieren das Gremium. Um die Kontinuität der Unternehmensführung sicherzustellen, wird Henri Poupart-Lafarge als CEO das Unternehmen weiterführen und zum Verwaltungsrat gehören. Jochen Eickholt, CEO von Siemens Mobility, wird eine zentrale Rolle in dem zusammengeschlossenen Unternehmen übernehmen, das unter dem Namen Siemens Alstom firmieren wird.

Die geplante Transaktion wird vom Alstom-Verwaltungsrat (bezugnehmend auf einen Review-Prozess zur Vorbereitung der Transaktion durch den als Ad-hoc-Ausschuss fungierenden Prüfungsausschuss) sowie vom Siemens-Aufsichtsrat einstimmig befürwortet. Bouygues SA unterstützt die Transaktion vollumfänglich und wird im Verwaltungsrat von Alstom sowie auf der außerordentlichen Alstom-Hauptversammlung, die zur Abstimmung über diese Transaktion vor dem 31. Juli 2018 stattfinden muss, im Einklang mit der Entscheidung des Alstom-Vorstands für den Zusammenschluss stimmen. Der französische Staat unterstützt diese Transaktion ebenfalls unter der Prämisse von bestimmten Zusagen von Siemens, dazu zählt eine Stillhalteverpflichtung in Höhe von 50,5 Prozent am Grundkapital von Alstom über einen Zeitraum von vier Jahren nach dem Closing sowie bestimmte Governance-, Organisations- und Beschäftigungsschutzmechanismen. Der französische Staat bestätigt, dass die Anleihe von Alstom-Aktien seitens der Bouygues gemäß ihren Laufzeiten nicht später als 17. Oktober 2017 gekündigt wird, und dass die von Bouygues gewährten Optionsrechte nicht ausgeübt werden. Bouygues hat sich verpflichtet, seine Anteile bis zur außerordentlichen Hauptversammlung, die über die Transaktion entscheidet, oder spätestens bis zum 31. Juli 2018 zu behalten.

Alstom und Siemens werden gemäß französischem Recht die Unterrichtung und Konsultation der Betriebsräte in Frankreich vor Unterzeichnung der Transaktionsdokumente anstoßen. Sollte Alstom die Transaktion nicht weiterführen, wird eine Vertragsstrafe in Höhe von 140 Millionen Euro fällig. Die Transaktion wird in Form einer Sacheinlage des Siemens-Mobility-Geschäfts einschließlich seiner Bahnantriebssparte an Alstom gegen neu ausgegebene Alstom-Aktien erfolgen. Sie unterliegt der Zustimmung der Alstom-Aktionäre – auch zu Zwecken der Aufhebung von Doppelstimmrechten, die im zweiten Quartal 2018 erwartet werden, der Freigabe durch die zuständigen Regulierungsbehörden, einschließlich der Freigabe ausländischer Investitionen in Frankreich und des Kartellamts, sowie der Bestätigung durch die französische Finanzmarktaufsicht (AMF), dass Siemens nach Vollzug der Fusion kein Pflichtangebot abgeben muss. Das Closing wird für Ende des Kalenderjahres 2018 erwartet.


Alstom wird am 27. September 2017 um 8:00 Uhr MESZ in Paris eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren unter diesem Link: http://hosting.3sens.com/Alstom/20170927-638B163F/en/

Siemens wird am 27. September um 9:30 Uhr MESZ unter www.siemens.com/analystcall eine Telefonkonferenz für Analysten und Investoren einberufen.

Die CEOs von Siemens und Alstom halten am 27.September eine gemeinsame Pressekonferenz ab, die um 11:30 MESZ im L'Hôtel des Arts et Mètiers at 9 bis, Avenue d'Léna, 75116 Paris stattfinden wird. Journalisten, die nicht persönlich an der Pressekonferenz teilnehmen können, haben die Möglichkeit, unter http://siemensalstom.gomexlive.com/ den entsprechenden Webcast zu verfolgen und über die Web-Schnittstelle Fragen einzureichen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass nicht alle eingereichten Fragen beantwortet werden können. 

 


Die Siemens AG (Berlin und München) ist ein führender internationaler Technologiekonzern, der seit mehr als 165 Jahren für technische Leistungsfähigkeit, Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Internationalität steht. Das Unternehmen ist in mehr als 200 Ländern aktiv, und zwar schwerpunktmäßig auf den Gebieten Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung. Siemens ist weltweit einer der größten Hersteller energieeffizienter ressourcenschonender Technologien. Das Unternehmen ist einer der führenden Anbieter effizienter Energieerzeugungs- und Energieübertragungslösungen, Pionier bei Infrastrukturlösungen sowie bei Automatisierungs-, Antriebs- und Softwarelösungen für die Industrie. Darüber hinaus ist das Unternehmen ein führender Anbieter bildgebender medizinischer Geräte wie Computertomographen und Magnetresonanztomographen sowie in der Labordiagnostik und klinischer IT. Im Geschäftsjahr 2016, das am 30. September 2016 endete, erzielte Siemens einen Umsatz von 79,6 Milliarden Euro und einen Gewinn nach Steuern von 5,6 Milliarden Euro. Ende September 2016 hatte das Unternehmen weltweit rund 351.000 Beschäftigte. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.Siemens.com 

Über Alstom
Als Verfechter nachhaltiger Mobilität entwickelt und vermarktet Alstom Systeme, Ausrüstungen und Serviceleistungen für den Transportsektor. Alstom bietet ein umfassendes Spektrum an Lösungen für diesen Markt – von Hochgeschwindigkeitszügen bis hin zu Metros, Straßenbahnen und Elektrobussen – Angebote für Fahrgäste, personalisierte Dienstleistungen mit der zugehörigen Wartung, und Modernisierung, Infrastruktur und Signaltechnik sowie digitale Mobilitätslösungen. Alstom ist weltweit führend in integrierten Bahnsystemen. Im Geschäftsjahr 2016/17 verzeichnete Alstom einen Umsatz von 7,3 Mrd. Euro und verbuchte einen Auftragseingang in Höhe von 10 Mrd. Euro. Mit Hauptsitz in Frankreich ist Alstom in mehr als 60 Ländern vertreten und beschäftigt heute 32.800 Mitarbeiter.  www.alstom.com


WICHTIGE INFORMATIONEN:

Dieses Dokument enthält Aussagen, die sich auf unseren künftigen Geschäftsverlauf und künftige finanzielle Leistungen sowie auf künftige Siemens betreffende Vorgänge oder Entwicklungen beziehen und zukunftsgerichtete Aussagen darstellen können. Diese Aussagen sind erkennbar an Formulierungen wie "erwarten", "wollen", "antizipieren", "beabsichtigen", "planen", "glauben", "anstreben", "einschätzen", "werden" und "vorhersagen" oder an ähnlichen Begriffen. Wir werden gegebenenfalls auch in anderen Berichten, in Präsentationen, in Unterlagen, die an Aktionäre verschickt werden, und in Pressemitteilungen zukunftsgerichtete Aussagen tätigen. Des Weiteren können von Zeit zu Zeit unsere Vertreter zukunftsgerichtete Aussagen mündlich machen. Solche Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Erwartungen und bestimmten Annahmen des Siemens-Managements, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs von Siemens liegen. Sie unterliegen daher einer Vielzahl von Risiken, Ungewissheiten und Faktoren, die in Veröffentlichungen – insbesondere im Abschnitt Risiken des Jahresberichts – beschrieben werden, sich aber nicht auf solche beschränken. Sollten sich eines oder mehrere dieser Risiken oder Ungewissheiten realisieren oder sollte es sich erweisen, dass die zugrunde liegenden Erwartungen nicht eintreten beziehungsweise Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse, Leistungen und Erfolge von Siemens (sowohl negativ als auch positiv) wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die ausdrücklich oder implizit in der zukunftsgerichteten Aussage genannt worden sind. Siemens übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder bei einer anderen als der erwarteten Entwicklung zu korrigieren.

IMPORTANT INFORMATION
This communication does not constitute an offer to purchase, sell or exchange or the solicitation of an offer to purchase, sell or exchange any securities. The shares of Alstom may not be offered or sold in the United States of America except pursuant to an effective registration statement under the Securities Act or pursuant to a valid exemption from registration.
This announcement includes forward-looking statements, such as Alstom's and Siemens' beliefs and expectations regarding the proposed combination of the Combined Business. These statements are based on certain assumptions and reflect Alstom's and Siemens' current expectations. Forward looking statements also include statements about Alstom's and Siemens' beliefs and expectations related to the proposed Transaction, benefits that would be afforded to customers, benefits to the Combined Business that are expected to be obtained as a result of the proposed merger, as well as the parties' ability to enhance shareholder value through, among other things, the delivery of expected synergies.
There can be no assurance that the proposed merger will be consummated or that the anticipated benefits will be realised. The proposed merger is subject to various regulatory approvals and the fulfillment of certain conditions, and there can be no assurance that any such approvals will be obtained and/or such conditions will be met. All forward-looking statements in this announcement are subject to a number of risks and uncertainties that could cause actual results or events to differ materially from current expectations. These risks and uncertainties include: the ability to achieve the cost savings and synergies contemplated through the merger; the failure of Alstom shareholders to approve the proposed merger; the effect of regulatory conditions, if any, imposed by regulatory authorities; the reaction of Alstom's and Siemens' customers, employees and suppliers to the proposed merger; the ability to promptly and effectively integrate the businesses of Alstom and Siemens; and the diversion of management time on merger-related issues.
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Ansprechpartner

Alstom

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christopher.a.english
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Tel.: + 33 1 57 06 18 81
justine.rohee@alstomgroup.com

Siemens

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R.Zimmermann@Siemens.com

Richard Speich
Tel: +49 89 636 30017
Richard.Speich@Siemens.com

Philipp Encz
Tel +49 89 636 32934
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Gemeinsame Pressekonferenz von Siemens und Alstom

Die gemeinsame Pressekonferenz mit Joe Kaeser und Henri Poupart-Lafarge wurde live übertragen.