Alstom und die BVG feiern die Inbetriebnahme der neuen extralangen Straßenbahn in Berlin
Alstom und die BVG feiern die Inbetriebnahme der neuen extralangen Straßenbahn in Berlin
Von links nach rechts: Christoph Klaes (Alstom), Senatorin Franziska Giffey, Henrik Falk (BVG) und Senatorin Ute Bonde (Copyrights: BVG/Florian Buendig)
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Die BVG setzt ihre Flottenerneuerung fort
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50-Meter-Tram sorgt für mehr Kapazität auf der meistgenutzten Linie
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Fahrgäste profitieren von größerem Platzangebot und noch mehr Barrierefreiheit
Die neue, extralange Straßenbahn für Berlin ist im Betrieb. Am heutigen Mittwoch, 15. Juli 2026, rollte die erste Straßenbahn des Typs Urbanliner bei der BVG nach letzten Praxistests offiziell in den Linieneinsatz. Mit 50 Metern Länge stellen die Fahrzeuge die bisherigen Berliner Trams deutlich in den Schatten. Ihr erstes Einsatzgebiet ist folgerichtig die M4, die seit Jahren zu den meistgenutzten Linien im Berliner Straßenbahnnetz zählt. Direkt bei der offiziellen Premierenfahrt waren die Fahrgäste eingeladen, das neue Platzangebot mitzuerleben. Zu diesem besonderen Anlass folgten auch die Senatorinnen Franziska Giffey und Ute Bonde der Einladung auf den Betriebshof Weißensee.
Vor der offiziellen Übergabe in den Fahrgastbetrieb waren im Rahmen der Zulassung noch geringe Anpassungen an der Infrastruktur im Bereich Alexanderplatz erforderlich. Dort wurden nach statischen Nachberechnungen zwei zusätzliche Stützen im U-Bahn-Tunnel eingebaut, um auch ein höheres rechnerisches Belastungsszenario zusätzlich abzusichern. Alle angekündigten Maßnahmen wurden schnell und erfolgreich umgesetzt.
“Die BVG macht die Hauptstadt für Millionen von Menschen erlebbar und lebenswert. Wir bei Alstom sind stolz, dass die neuen Urbanliner jetzt eine zentrale Rolle dabei spielen.”
„Wir haben als Team BVG schnell und zielorientiert gehandelt und die letzten Hürden ausgeräumt. Jetzt sind alle Voraussetzungen geschaffen, um eine neue Dimension in den Berliner Straßenverkehr zu bringen“, sagte BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk. „Mit diesen Neuwagen stellen wir nach der U-Bahn- auch die Straßenbahnflotte für die nächsten Jahrzehnte leistungsfähig auf. Was wir derzeit bewegen, ist keine Selbstverständlichkeit: Selten wurden so viele Zukunftsprojekte gleichzeitig auf den Weg gebracht wie heute. Der Urbanliner ist ein weiteres sichtbares Zeichen dafür, dass wir konsequent in moderne Fahrzeuge, leistungsfähige Infrastruktur für Berlin investieren.“
Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Berlin wächst – und die BVG wächst mit. Der Urbanliner ist ein Baustein dieser Entwicklung. Die neuen Straßenbahnen setzen schon durch ihre Größe neue Maßstäbe: mehr Platz für die Berlinerinnen und Berliner und die Gäste unserer Stadt, mehr Komfort und vollständige Barrierefreiheit. Wir investieren damit gezielt in ein Nahverkehrsangebot auf der meistgenutzten Strecke Berlins – der M4. Damit halten wir Schritt – mit dem Tempo unserer wachsenden Metropole Berlin. Der Urbanliner steht für ein Berlin der Zukunft, das Mobilität für alle sichert.“
Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: „Die neuen Urbanliner-Straßenbahnen sind mehr als ein technisches Update. Sie sind Investitionen, die wirken. Und sie stehen mit ihrem Platz für mehr als 300 Fahrgäste für eine Mobilität, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.“
Parallel zum Start des Fahrgasteinsatzes starten nun die weiteren Lieferungen der „Urbanliner“ vom Hersteller Alstom. Noch in diesem Jahr soll die Flotte auf rund 15 Fahrzeuge anwachsen und sich bis voraussichtlich 2028 nochmals verdoppeln. Der Rest der aktuell bestellten 65 Urbanliner folgt dann voraussichtlich bis 2030.
Wie üblich erfolgte die Zulassung linienbezogen. Aktuell sind die neuen Bahnen für den Einsatz auf der nachfragestärksten Berliner Straßenbahnlinie, der M4, zugelassen. Perspektivisch ist der Einsatz auch auf anderen Linien vorgesehen.
Hohe Leistungsfähigkeit, mehr Komfort, Barrierefreiheit
Die neuen Straßenbahnen bieten Platz für mehr als 300 Fahrgäste. Sie ersetzen auf der M4 die zu Doppelzügen gekoppelten Bahnen des Typs GT6, die nach und nach ausgemustert werden. Eine ganze Reihe von „Extras“ können die Fahrgäste in den neuen Straßenbahnen genießen. Im Innenraum sorgt ein neues Beleuchtungskonzept für Wohlbehagen und wechselt abhängig von Tages- und Jahreszeit die Lichttemperaturen zwischen Kalt- und Warmweiß. An den Türen signalisieren grüne und rote LED-Streifen deutlich, wann Fahrgäste einsteigen können und wann sie zurückbleiben sollen. Die neue Fahrwerkskonstruktion erhöht die Laufruhe merklich und reduziert Erschütterungen.
„Die BVG macht die Hauptstadt für Millionen von Menschen erlebbar und lebenswert. Wir bei Alstom sind stolz, dass die neuen Urbanliner jetzt eine zentrale Rolle dabei spielen“, so Christoph Klaes, Vertriebsleiter für Zentral- und Nordeuropa bei Alstom. „Die neue Straßenbahngeneration verbindet hohe Leistungsfähigkeit mit mehr Komfort und Barrierefreiheit. Sie wurde konsequent auf die gewachsenen Mobilitätsanforderungen Berlins ausgelegt.“
Eine vollständig barrierefreie Straßenbahn
Auch das wichtige Thema Barrierefreiheit spielte bei der Entwicklung eine große Rolle. Große Mehrzweckabteile bieten Platz für Fahrgäste mit Rollstuhl oder Rollator. Komfortsitze mit einer Höhe von 51 Zentimetern stehen für mobilitätseingeschränkte Menschen zur Verfügung, besonders niedrige Sitze (40 Zentimeter) für kleine und kleinwüchsige Menschen. Haltestangen mit „Golfballstruktur“ an den Türen verbessern die Orientierung von Blinden und Sehbehinderten. Eine zusätzliche Spaltüberbrückung erleichtert den barrierefreien Einstieg nun auch an Haltestellen mit linksseitigem Einstieg.
Erstmals wird eine BVG-Straßenbahn zudem komplett ohne Außenspiegel auskommen. Stattdessen gibt es ein System von Kameras, das den Blick nach hinten für die Fahrer*innen in allen Situationen verbessert. Nicht einsehbare Bereiche gibt es praktisch nicht mehr. Außerdem wurde ein Assistenzsystem installiert, das vor Hindernissen im Fahrbereich des Fahrzeuges warnt.
Im Zuge der veränderten Nachfrageentwicklung ist der Urbanliner als erster Berliner Straßenbahntyp ohne mobile Ticketautomaten unterwegs. Die BVG folgt damit dem Kaufverhalten ihrer Fahrgäste. Der weit überwiegende Teil der Nutzer*innen kauft Tickets heute digital oder hat bereits einen Fahrschein wie etwa das Deutschlandticket. Parallel hat die BVG aber auch das Verkaufsnetz entlang der M4 stark ausgebaut. Die Zahl der Verkaufsstellen wurde dort um rund 70 Prozent erhöht.